Papa (war) allein zu Haus´…
Was war das ein Wechselbad der Gefühle. Wahnsinn. Doch langsam. Eines nach dem anderen:
Ich habe eine Tochter. Gut, das ist nichts neues. Natürlich habe ich auch eine Ehefrau, immerhin leben wir im geordneten Bayern. So weit auch nichts neues. Und ja, auch eine Schwiegermutter habe ich. Teile ich das sicherlich auch mit vielen anderen Papas. Doch bei uns ist etwas ein bisschen anders als bei anderen. Meine Schwiegermutter genießt einen Teil des Jahres unter griechischer Sonne. Okay. Und da bietet es sich ja mehr als an, wenn der ein oder die andere die ein oder andere Woche des Jahres gleiches macht. So war also der erste wirkliche Sommerurlaub meiner Tochter sehr schnell geplant. Mama einpacken, Tante einpacken, Badebuchse einpacken – und los gehts.
Der Papa bleibt daheim, einer muss ja die Blumen gießen. Zumindest theoretisch. Und das Geld verdienen. Das nun wirklich. Ja, ich war in den letzten Wochen wirklich oft weg. Und ja, natürlich fallen mir diese Trennungen immer wieder schwer. Doch war das anders. Komplett anders, wie ich schon bald erfahren sollte. Denn unter uns, und bitte sagt es nicht weiter, ich freute mich sogar ein wenig auf diese Woche. Diese 7 Tage allein in der Wohnung. Chips. Pizzakartons. Bier trinken und die Gläser nicht wegräumen. Final Destination schauen und das wann immer ich will. Gefolgt von SAW 1 – 2746. Auf voller Lautstärke, man(n) will so einen Film auch verstehen. So richtig verstehen, meine ich. Langer Rede, kurzer Sinn: in meinen Gedanken war diese Woche geil. So in etwa wie meine Studienzeit. Die war nämlich geil… Aber mal so richtig.
So brachte ich meine Damen also zum Flieger. Der Abschied, nun ja, tat nicht mehr weh als alle anderen vorher. Immerhin durfte ich direkt weiter nach Wuppertal. Training für einen großen Deutschen Bezahlsender. Zwei Tage wurden mir von meiner Strohwitwerwoche also gestohlen. Sei es drum… Am Vatertag fuhr ich heim. Schon das ist echt bescheuert. Meine Kumpels ziehen durch den Wald, sind voll wie die Nattern und ich verbringe meinen Tag auf deutschen Autobahnen. Immerhin scheinen an diesem Tag viele andere Menschen auch im Wald zu sein, die Bahn war leer. So dauerte es nicht lange und das Meisterstück Münchner Ingenieurstechnik brachte ich mich im Eiltempo gen Haching.
Da stand ich also, in ‘meiner’ Wohnung. Alleine. Und es war – ruhig. Nein. Es war still. Einfach nur still. Herrlich. Schnell die Koffer in die Ecke pfeffern, aufräumen kommt später. Ab zum Kühlschrank. Weißbier. Jetzt. Rauchen. Ab auf den Balkon. Passend, macht ja bei 6 Grad auch Spaß. Und zum Lungenkrebs kommt vorweg zum Eingewöhnen die Lungenentzündung. Klasse. Egal. Das Bier schmeckt auch im Wohnzimmer. So sitze ich da also. Der Blick schweift durch den Raum. Mias Laufstall. Voller Spielzeug. Ihr Lieblingsbuch. Und 1000 andere Dinge. Und doch: er ist leer. Interessant. Das will ich weiter erforschen. Gehe in Mias Zimmer. Auch das ist so ähnlich wie ein Laufstall. Nur größer. Und voller. Bett. Schrank. Dinge. Und was sehe ich? LEER! Völlig leer. Verwundert gehe ich zurück ins Wohnzimmer.
Hallo? Genau darauf hatte ich mich gefreut. Wirklich und aufrichtig. Ja, ich weiß, es macht mich nun nicht zu einem besseren Menschen, wenn ich das zugebe. Eigentlich darf Papa sich nicht freuen, wenn er mal Ruhe hat. Doch ich tat genau das. Und genau diese Freude begann in dieser Sekunde zu schmelzen. Sich davon zu stehlen. Abzuhauen. Schnell noch ein Bier auf, das kann man ja nicht ertragen, dieses Selbstmitleid. Fähnchen im Wind, pfui. Während mein Abend erfüllt war von lauten Schallwellen (können Schallwellen eigentlich laut sein?) und aus dem TV die wildesten Filme mein Herz zum Klopfen brachten, huschte mein Auge immer wieder über das Babyphon. Und es war – richtig – aus. Seltsam. Nachts schlafen. Und trotzdem aufwachen, weil man irgendwas hört…
So verging die Woche. Immerhin hatte ich einen Teil meines Planes erfüllt. Die Wohnung sah irgendwann wirklich so aus wie die Wohnung in Bielefeld. Wellensiek. Studienzeit. Also fast zumindest. Pizzakartons. Biergläser. Doch einen ganz wichtigen Teil meines Plans konnte ich nicht erfüllen. Die Zeit genießen? Nein. Das ging nicht. Ich weiß nicht warum. Diese Wohnung war leer. Sie war kalt. Sie war einsam.
Und als meine Damen eine Woche drauf wieder gen Norden flogen, pochte mein Herz. Nicht wegen SAW. Sondern weil ich mich freute. Aufrichtig und ehrlich freute. Auf all das, was mir in dieser Woche fehlte. Mias Weinen, weil ihr Zahn juckt. Ihr Gemecker, wenn irgendwas nicht so läuft wie sie will. Auf das ‘auf der Hut sein’, damit nichts geschieht. Und auf alles andere, das ich nicht beschreiben kann. All das, was wohl im großen Wort Liebe umschrieben wird.
In dieser Woche ist mir vieles klar(er) geworden. Ich bin Papa. Und so Gott will, werde ich das für den Rest meines Lebens bleiben. Wie sagt unser Außenminister in einem anderen Kontext?
und das ist auch gut so…
ach ja, die Blumen habe ich übrigens nicht gegossen. Au man.
sie kommt bald…
by Karin.
Wer kommt?? möchte sicher der eine oder andere Leser wissen. Vielleicht die Aschewolke erneut, oder kommt gar Erna wieder, wie damals vor unzähligen Jahren schon Hugo Egon Balder prophezeite.
Nein, keins von beiden steht ins Haus, viel besser: Mia kommt! Und zwar zu uns und das ganz bald. Sie kommt nicht einfach mal so auf ein Stündchen vorbei, sie bleibt die ganze Nacht.
Hier nochmal zum Nachfühlen: Mia übernachtet bei ihrer Patentante Karin. Ich frage mich selbst, wieso mir dabei das Herz so aufgeht. Mein eigenes Kind übernachtet schließlich seit 16 Jahren bei mir und das ist auch ein sehr schönes Gefühl. Vielleicht topt Mia es deshalb, weil ich mich dadurch wieder an die Zeit erinnere, in der meine eigene Tochter so klein war. Morgens durch Gegluckse und Gejuchze geweckt werden, den kleinen warmen Kuschelkörper spüren und mit einem Lächeln, welches frei von Hintergedanken ist, in den Tag geschickt zu werden.
In ein paar Tagen ist es soweit, ich freue mich sehr darauf und hoffe, Mia auch
)
die Karin
unterwegs. again. (via postie)
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Ja, genau das bin ich schon wieder. Mal wieder. Juste in diesem Moment sitze ich im ICE irgendwo zwischen Hannover und Heidelberg und die Zeit scheint still zu stehen.
Bis zum Sonntag bin ich auf einer Weiterbildung. Bis zum Sonntag bin ich ohne meine beiden Schaetze. Bis zum Sonntag bin ich nicht komplett.
Ja, irgendwas ist geschehen mit dem alten Hallodri (?). Ich glaube nicht mal, dass es nur die Luette ist. Oder nur meine Frau. Oder nur der Ring an meinem Finger. Oder oder oder. Keine Ahnung. Was auch wie immer mit mir in den letzten Monaten geschehen ist, es fuehlt sich gut an. Auch wenn ich nun viel oefter nachdenke. Anders fuehle. Und vielleicht auch oefters in einer seltsamen Art traurig bin. Vielleicht bin ich nun mitten drin im baby blues. Vielleicht geht er auch niemals wieder von mir. Vielleicht muss er das auch gar nicht. Vielleicht mag ich dieses Gefuehl sogar. Es ist so wunderbar intensiv, auch wenn es mir manchmal eine Traene ins Auge treibt. Einfach so. Ja mei, ich bin Papa. Da duerfen die Gefuehle ja auch mal Achterbahn fahren…
Irgendwo. Zwischen Hannover und Heidelberg. Draussen regnet es. Ich bin traurig.
Papablog von unterwegs (via postie)
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Und wenn das nun auch noch klappt, ist alles in butter.
viele Viren sind des Blogges … Anfang.
Ja. Der Blog lag brach. Sehr brach sogar. So brach, dass ich fast keine Zeit fand, ihn wieder zum Leben zu erwecken. Irgendein Döskopp hat irgendwie aus irgendeinem Grund einen Virus auf meinen Server geballert. Komisch. Dabei bin ich doch so nett. Sei es drum…
Mittlerweile ist bereits der April im vollen Gange. Seit drei Monaten habe ich nichts mehr geschrieben. Seit ebenso langer Zeit bin ich viel zu busy. Tingel durch die Republik. Hotel hier, Training dort. Dabei geschieht hier bei meinen beiden Schätzen so viel. Und jeden Freitag Abend komme ich voller Angst durch unsere Tür. Angst, dass meine Kleine mich nicht mehr erkennt. Doch eines nach dem anderen…
Virus. Irgendwann schlug mein Virenscanner an, sobald ich die Blogseite aufrief. Auf dem Laptop. Auf dem PC. Dazu wiesen mich einige Leser darauf hin. Die Situation stelle man sich vor. Völliger Laie. Unendlich viel geschrieben. Und Herr Google hatte auch keinen Tipp. Zumindest keinen für mich verständlichen. Klasse. Leider musste ich im Laufe der Zeit feststellen, dass hier die Zeit nicht alle Wunden heilen konnte. Dieser Virus blieb. Unverschämt.
So habe ich also alle Texte aus dem Blog kopiert und die ganze Datenbank nieder gewalzt. Die Blogsoftware wieder aufgespielt. Alle Texte wieder eingefügt. Leider bis dato ohne Bilder. Doch zumindest habe ich meine Erinnerungen retten können. So soll ab heute dieser Blog also wieder leben. Bumm Bumm. Voller Elan. Voller Energie. Voll schöner Geschichten…
Tja, und den Rest könnt Ihr Euch denken. Unsere Maus ist mittlerweile 9,5 Monate alt. Die ersten beiden Zähnchen sind zu sehen. Krabbeln – nö. Unendlich viel plappern. Jau. Sie wächst und wächst. Trägt bereits Größe 80. Knapp zumindest. Wiegt 9 Kilogramm. Dazu zählen auch ein paar Gramm Haare. Ihr Hobby? Sitzen. Auf alles beißen, was sie in ihre kleinen Hände bekommt. Liebend gerne in Nasen. Verzaubert immer wieder unsere Gäste. Könnte als Alleinunterhalter Karriere machen. Oder als Schlafrauber. Die Zähne scheinen ihr vor allem nachts keine Ruhe zu lassen. Und uns somit auch nicht…
Wie geht´s mir? Hmm. Gut. Eigentlich. Viel zu oft unterwegs. Viel zu selten hier. Doch noch erkennt mich mein Schatz. Und meine Tochter auch… Auch wenn gerade sie nach einer langen Woche doch zweimal hinschauen muss. Spätestens nach 3,4 Sekunden kommt ihr Lachen. Und in diesen Momenten weiß ich, sie sieht ihren Papa.
Vor kurzem kam im Radio ein Interview mit diesem gegenwärtig medial sehr präsenten Ex Hooligan / Polizisten aus Bielefeld. Ich war auf dem Weg auf irgendeiner Autobahn in diesem Land und blieb beim Sendersuchen bei eben diesem Interview hängen. Langer Rede kurzer Sinn: der Reporter fragte diesen Typen irgendwann, ob er nie Angst hatte, wenn er sich mit Gleichgesinnten auf der grünen Wiese geboxt hat. Die Antwort war erwartungsgemäß nein. Doch erzählte er wohl im Vorfeld, dass er mit seiner Freundin im kommenden Jahr eine Familie gründen will. So sagte also der Reporter:
im nächsten Jahr wirst Du lernen, was es bedeutet, Angst zu haben!
In der Sekunde der Geburt würde sich sein angstfreies Leben schlagartig ändern. Von diesem Moment an würde immer eine ganz intensive Angst in ihm sein. Die Angst um sein Kind.
Ein tiefes OH JA! durchfuhr mich. Ich kenne diese Angst. Sie ist allgegenwärtig. Nicht bestimmend. Aber existent. Manchmal angenehm. Ein Gefühl der Verantwortung geht mir dieser Angst Hand in Hand. Manchmal intensiv. Herzschlagbeschleunigend. Manchmal nicht angenehm. Wenn unendlich blöde Gedanken in mir aufkriechen. Und ich sie nicht sofort stoppen kann. Sie nicht mit einem Wink wegwischen kann. Dann habe ich Angst. Richtig Angst. Ich war froh, dass auch dieser Bayern 3 Radio Reporter sie zu kennen scheint…
U5. Das Abenteuer beginnt.
Eines nehme ich vorweg: es gibt garantiert viele Daddys in diesem Land, die sich mehr als gut um ihren Nachwuchs kümmern. Die Windeln wechseln, füttern, trösten, spazierengehen, Bücher lesen. Garantiert. Und ehrlich gesagt bin ich sehr froh, dass sich die Zeiten in diesem Zusammenhang geändert haben. Unter uns, mein Papa hat bestimmt niemals eine Windeln gewechselt. Und solltest Du, lieber Papa, das nun lesen: ich hab Dich trotzdem lieb und Du warst – nein, Du BIST - trotzdem ein guter Papa. Mehr als das…!
Nun aber zu uns. Zu diesem heutigen Tag. Daddy Day der Dritte. Und natürlich gehe ich auch dahin, wo es weh tut. Zur Vorsorgeuntersuchung. Zur U5. Ihr könnt es Euch denken, ich war der einzige Mann in der Praxis. Jetzt mal ehrlich: zum Babyschwimmen kann jeder gehen. So als Hahn im Korb fühlt man(n) sich dort sicherlich auch nicht schlecht. Wie alt ist die deutsche Durchschnittsmama? Ende 20? Es gibt also schlimmeres als mit 10 Mamas im besten Alter durch wohligwarmes Wasser zu plantschen und keinen Konkurrenten zu fürchten. Wie billig. Richtige Daddys halten sich mit sowas doch nicht auf. Wir nehmen uns die richtigen Aufgaben vor…
Glücklicherweise hatten wir einen Termin und so durften wir direkt durchtreten. In das Zimmer Nummer 5. Ob das immer so geplant wird? U5 in Zimmer 5. U6 dann in Zimmer 6? Mist, hätte ich fragen sollen, nun beschäftigt mich das wieder den ganzen Tag… Die Sprechstundenhilfe (da kommt gleich die nächste Frage: heißt das so? Meine Frau ist ja auch keine Anwaltsgehilfin, sondern trägt den Titel der Rechtsanwaltsfachangestellten… oh ja) – jedenfalls kam eine nette Dame mittleren Alters und sagte: Dann schon mal ausziehen. Böderweise kam mein Witz ‘ich mich?’ nicht so gut an wie ich es mir dachte… Dabei hatte ich mir den doch auf dem langen Fußweg so schön zurecht gelegt… Naja, egal. Weitermachen.
Nach Ausziehen und dem obligatorischen Ablagevollpullern schließlich kam die Frau Doktore und eh wir uns versahen, war das ganze Untersuchen auch schon erledigt. Zack Bums, fertig. Alles untermalt von einer astreinen Arie meiner Kleinen. Auf Volume 84. Bei 100 ist Anschlag. Und da sie Anziehen eh nicht so mag, erhöhten wir das ganze dann noch auf 93. Vollgas Alarm. Juhuuu.
Nun sind wir wieder daheim. Nach einem ganzen Glas Möhre Kartoffel Fleisch (in schlanken 10 Minuten, das war mal fast Food!) und einem akkuraten Flummi Kacka schlafen wir nun den Schlaf der Gerechten. Und Papa hört so eben, dass DAS Hollywood Traumpaar gar nicht mehr so traumhaft und vor allem nicht mehr so paarig ist. Ob Miss Jolie wohl auch Baby Schwimmen macht? In Ottobrunn?
Vielleicht sollte ich dort doch mal vorbeischauen…
daddy day. again.
Eines vorweg: die U5 (und damit meine ich nicht die UBahn Linie nach Neuperlach Zentrum) ist erst nächste Woche. Puh, Glück gehabt… Allerdings ist auch hier aufgeschoben nicht aufgehoben, das Vergnügen haben wir dann am nächsten Montag…
Heute steht vielmehr das Routineprogramm auf unserer to-do Liste. Und vielleicht find ich ja auch mal wieder Zeit, die letzten Tage in Worte zu fassen. Obgleich das aufgrund der schrecklichen Geschehnisse in Haiti nur schwer möglich ist. Nein, nicht nur schwer möglich. Sicherlich unmöglich. War ich auch früher immer berührt, wenn ich solch Tragödien sah, so blutet mir nun sehr intensiv das Herz – denn mein Blick hat sich geöffnet. Für die Kinder. In meiner Hilflosigkeit sitze ich hier in der Völlerei Deutschlands, während die Flimmerkiste ein unfassbares Leid – vor allem das der Kinder – in unsere Wohnzimmer transportiert. Und was machen wir? Ein kurzes oh weh, wie schlimm… Und weiter geht der Alltag. Das ist bei mir nicht wirklich anders…
Komischerweise empfinde ich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit geringer als bei der letzten schlimmen Katastrophe, dem Tsunami in Thailand. Liegt es daran, dass sich die Bilder der herannahenden Welle als viel spektakulärer darstellten und fast schon Emmerich Charakter aufwiesen? Ich weiß es nicht…
Ich weiß nur, dass mich die Bilder sehr traurig machen. Damals so wie auch auch jetzt.
Nun lasse ich mich trösten. Von unserer Tochter. Meiner Zukunft.
Ruhe.
… wird ehrlich gesagt auch überschätzt. Unter uns: ich hatte heute mehr Ruhe auf der Arbeit als gestern bei meiner Lütten. Viel mehr Ruhe. Sehr viel mehr… Und was soll ich sagen?! Ich hab die Action vermisst.
Jetzt, da wir doch so ein gutes Team geworden sind.
Naja, der nächste Montag kommt bestimmt. Und die Spatzen trillerten es schon von den Dächern. Der nächste Montag ist nicht einfach nur ein Montag. Nein. Ich sag nur U5. Mia & Papa auf großer Doktorenrunde. Oha. Tust Du ihr weh, tu ich Dir weh…
daddy day. the first…
06 Uhr 33.
Der Tag beginnt. Die kleine Maus liegt gefuehlte sechs Meter neben uns und singt bereits ihre Morgenarien. Untermals von meinem Herzschlag. Gibt der eigentlich den Takt vor?! Ehrlich gesagt nein. Ich bin wirklich aufgeregt… In etwa so wie in den Momenten, wenn ein neues Training unmittelbar vor der Tuer steht. Ja, das beschreibt es ganz gut. So nach dem Motto: klappt alles? Hab ich meinen Text im Kopf? Kommen die Pointen an? Und so weiter… Der einzige Unterschied: heute ist meine Tochter das Publikum. Und somit liegt die Messlatte hoch. Sehr hoch. Haltet mir die Daumen.
07 Uhr 58.
Lasst es mich mit den Worten der Fanta 4 sagen: “Jetzt ist sie weg…”. Gott sei Dank nur für 10 Stunden. Und allein allein bin ich auch nicht. Denn meine Tochter liegt auf ihrer Spielwiese. Direkt vor mir – und ist glücklich.
Das Morgenprogramm haben wir abgespult wie ein topeingespieltes Team: wecken war nicht nötig, ihre Augen strahlten mich bereits an, als ich ins Zimmer kam. Aus dem Bett nehmen, knuddeln. Wickeln. Strampler an, Strumfhose drüber und auch den Pulli in einem Rutsch über den Kopp. Ohne Plärren. Hat auch Seltenheitswert. Dann schnell die Pulle gemacht, Tablette (wofür eigentlich?! Fluor oder wie oder was?! Bitte um Aufklärung!) nicht vergessen und schon begann das große Morgenmahl.
Es läuft gut an!
08 Uhr 53.
Spielen klappt. Sehr gut. Weiterfliegen…
10 Uhr 02.
ein Hoch auf Pastinaken. Kennt Ihr nicht? Kannte ich bis vor ein paar Wochen auch nicht. Pastinaken sind ein Wurzelgemüse und bilden zusammen mit Karotten die Grundlage für die ersten Breimahlzeiten der Lütten. Während Karotten allerdings alles wunderbar vollsauen und die Flecken so hartnäckig sind wie Fliegen auf einem Kuhmisthaufen, macht Pastinakenbrei keine unwiderrufliche Sauerei. Perfekt. Das allerdings ist nicht der Grund für meine Laudatio.
Brei im Allgemeinen macht Babykacka (ein Dank an Bruce Darnell o.ä.) schön fest. Und so war es mir eben fast schon ein Vergnügen Leichtes, Mia die Windel zu wechseln. Ohne Würgereiz. Puh, damit ist die nächste Aufgabe unseres Mia-Papa-Tages gemeistert. Und ich klopfe mir auf die Schulter. Im Übrigen habe ich da aktuell auch Gelegenheit zu, denn sie hat es tatsächlich vorgezogen, nach 5 Minuten Plärren doch lieber die Äuglein zu schließen und den Schlaf der Gerechten zu schlafen…
Herrlich. So darf es weitergehen! Bis um kurz vor elf – dann ist wieder Raubtierfütterung. Mit Pastinaken – natürlich.
10 Uhr 51.
Hmmm. Supi geschlafen und nun gibts essen…
11 Uhr 26.
Immer rein, Tante Frieda. Und Narumol wuerde sagen. Ja wenn du schaaafst…
Mahlzeit!
12 Uhr 24.
wie der Papa… Und der dicke Muemmelmann wurde auch rausoperiert.
13 Uhr 51.
Puh. Ich muss was los werden: Hut ab vor allen Mamas! Jetzt mal im Ernst. Die Lütte ist lieb, meckert lediglich ab und an ein wenig vor sich hin, hat toll gegessen und schon zwei mal kurz ihr Nickerchen gemacht. Und doch ist das hier anstrengend. Auf eine ganz spezielle Art und Weise wirklich anstrengend.
Aber es macht auch Spaß. So viel Zeit hatten wir noch nie für uns. Wir erzählen uns unsere kleinen Geschichten. Lachen uns an. Kuscheln miteinander. Gähnen um die Wette.
Und jetzt ist es zwei. Essen. Aber schnell…
15 Uhr 03.
Schneeausflug
17 Uhr 19.
Fertig. Ich habe fertig.
Das war ein langer Tag, alter Schwede. Ganz ehrlich? Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass Mama sein so anstrengend ist. Und hallo? Das war nun erst ein Tag! Normalerweise sind es wohl in etwa 365 im Jahr. Ohne Pause. Ohne Urlaub. Oder Überstunden abbauen. Hut ab. Chapeau! Respekt.
Was nehme ich mit?! Hmm. Ich glaube, ich habe das heute ganz gut gemeistert. Und mir muss nicht bange sein vor weiteren Mia-Papa-Tagen. Mei, ich kann mich entsinnen. Es ist noch gar nicht sooo lange her, Tina musste zur Rückbildungsgymnastik und ich war einmal pro Woche 2 Stunden mit der damals wirklich noch sehr kleinen Maus allein. Und ich hatte immer Schiss vor diesen Abenden. Oder als Tina mit ihren Freundinnen ihren Junggesellinnenabschied feierte. Wir waren zu dritt daheim geblieben. Drei Männer. Ein Baby. Und Stressschweißperlen auf der Stirn. Auf jeder Stirn.
Im Gegensatz dazu war das heute schön. Spazieren gehen. Im Drogeriemarkt Babykram kaufen. Und echt ein wenig stolz dabei sein. Bewundern wie unglaublich gut sie sich schon (mit ein ganz klein bißchen Hilfe) vom Rücken auf den Bauch drehen kann. Wie sie schon (mit ein ganz klein bißchen Glück) den Schulli in ihren Mund befördert. Ein mal sogar richtig rum. Erstaunt sein, dass ich heute tatsächlich zwei (!) Kackawindeln wechseln durfte. Das gab´s wohl auch noch nie… Den Kopf schütteln, weil sie es immer wieder schafft, juste nach dem Popoabputzen wieder auf die Wickelablage zu pullern. Ein Hoch auf wasserfeste Unterlagen.
Ach, ich könnt noch ewig so weiter schreiben. Doch lieber lege ich mich nun auf die Couch und genieße für einen Moment die herrliche Ruhe. Morgen gehe ich wieder arbeiten… und Ruhe genießen.