Archive for Januar, 2011

Heureka – sie läuft.

Januar 23, 2011 - 6:48 pm 1 Comment

Ich kann mich entsinnen, denn es ist gerade mal ein paar Tage her.

Ich war wieder einmal irgendwo in Deutschland unterwegs, als mein Handy mir folgende SMS aufs Display beamte: Mia ist heute zum ersten Mal einige Schritte alleine gelaufen…

Unter uns, sagt es niemandem, ich hatte ein kleines Tränchen im Auge. Fast 19 Monate haben wir nun auf diesen Moment gewartet. Ein bis zwei leise Zweifel in uns gespürt. Ja, unser Schatz war nicht wirklich der Hochleistungssportler. Sie konnte sich spät alleine aufsetzen. Sie begann spät mit Krabbeln. Und so ist es wohl ganz logisch, dass auch das Laufen einfach einen Tag länger dauerte. Und doch denkt man ab und zu dann doch: hm, seltsam.

Doch sei es drum, nun hat sie den Bogen raus. Beine durchstrecken, Pöter hoch und los gehts. Auch wenn es manchmal doch schon sehr nach Joe Cocker ausschaut, sie kommt ohne Hilfe und aufrecht von A nach B. Zumindest wenn A und B nicht weiter als 7,5 Meter voneinander entfernt sind.

Ich freu mich!

Schreck in der Abendstunde

Januar 15, 2011 - 11:25 am No Comments

Na, hör mir auf. DAS brauche ich nicht öfter. Bleibt an der Stelle zu klären, was ist ‘das’.

‘Das’ ist das, was gestern Abend geschah. Es war nach 22 Uhr, Tina und ich lagen schon im Bett und unsere Maus schlief seit Stunden friedlich – als sie plötzlich aus dem Nichts heraus anfing zu weinen. Obgleich weinen nicht treffend ist. Sie schrie. Aus Leibeskräften. Krümmte sich und war nicht zu beruhigen. Nicht nach einer Minute. Nicht nach 5. Nicht nach 15. Da blinkt dann eine Frage auf und zwar in großen Buchstaben: was hat sie nur?!

Wir konnten uns nicht helfen und so griff ich zum Telefon und wählte die 112. Zum ersten Mal in meinem Leben. Es dauerte knapp 10 Minuten und die Kindernotärztin stand in unserer Wohnung. Vor einer ruhigen Mia. In der Zwischenzeit hatte sich das Übel gelöst. Hörbar. Ein unglaublicher Pups, gefolgt von einigen weiteren. Luft, die unserem Schatz so sehr wehtat. Und uns hilflos werden ließ.

Und auch, wenn die Aufregung fast umsonst war, so hat es doch ein Gutes: es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass im Notfall so schnell Hilfe vor Ort ist. Dazu gestern in Form einer sehr netten Ärztin. Die unser Gewissen beruhigte, denn natürlich war es uns unangenehm, wegen Blähungen solche Paranoia zu erleben. So beruhigte sie uns, dass wir es immer wieder so machen sollen. Lieber einmal zu oft anrufen. Als einmal zu wenig.

Sprachs, bastelte noch einen lustigen Clownskopf aus ihrem Einweghandschuh und war so schnell wieder weg, wie sie gekommen war. Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit, dass sie hier liest, ist fast null – aber doch ist es mir wichtig: DANKE für die Hilfe!

Nach ein paar Minuten war der Spuk dann auch schon wieder vorbei, Mia schlief ruckzuck wieder ein und heute scheint das Bauchaua bereits schon wieder vergessen zu sein. Zumindest bei ihr, uns hat sich dieser Schreck in der Abendstunde tief in unsere Erinnerung eingebrannt…

ein froher Neues. Und so.

Januar 4, 2011 - 2:51 pm No Comments

na. leck mich fett. Wo ist 2010 hin?! Es ist weg. So wie der WM Titel nach dem Spanienspiel. Oder Arminias Klassenerhalt nach der Hinrunde. Obwohl – da kann man sich auch täuschen, Ostwestfalen kommen spät und heftig.

Jedenfalls habe ich in den letzten Monaten nicht mehr viel von uns hören bzw. lesen lassen. Nicht mehr viel. Haha. Gar nichts, um es genau zu nehmen. Doch sei es drum. Wollen wir dem vergossenen Wein nicht hinterherheulen. Und heute ist auch noch ein Tag.

Vorweg, nicht dass ich es noch vergesse: ich wünsche Euch wirklich ein schönes, gesundes und spannendes 2011. Mögen alle Wünsche und Träume in Erfüllung gehen. Vielleicht greift der ein oder andere von Euch ja in die Vollen und wird auch bald Papa (oder Mama…)? Schön wäre es. Denn dann…

Denn dann darf ich vielleicht auf meinen Seiten ab und an mal von Euren Erlebnissen lesen. Und vielleicht auch ein wenig Schadenfreude empfinden… Nehmt es mir nicht übel. Eines habe ich gelernt: mittlerweile empfinde ich Kinderweinen nicht mehr als schlimm. Denn immer dann, wenn meine Kleine nicht in der Nähe ist, kann sie es nicht sein. Und immer dann denke ich: puh, andere haben das auch. Was immer ‘das’ auch ist… Ist das politisch korrekt? Egal. Alle Papas werden wissen, was ich meine…

Was hat sich getan in den letzten Wochen? Unsere Maus ist aktuell auf Urlaub bei der Schwiegermama. DANKE Schwiegermama! So gibt uns das die Gelegenheit, auch mal durchzuschnaufen. Wohnen alle Omas und Opas doch ein wenig weiter weg, so haben wir – oder besser meine Frau – keine Auszeit. Und irgendwann sagt der Akku ganz einfach: stop. Und das tat er. Sowohl meiner als auch Tinas. Hatte Mia in den letzten Wochen ständig Husten und Schnuppen (das geht schon irgendwann weg, Oton Kinderärztin), so kam dann vor einiger Zeit natürlich noch eine leichte Lungenentzündung dazu. Toll. Damit waren die ruhigen Nächte vorbei und auch wenn die Lütte trotzdem noch relativ gut aufgelegt war, so war sie einfach krank. Punkt. Und weil auch das nicht reicht, sagen auch ab und zu die Zähne Hallo. Kurzum, die Wochen waren anstrengend. Für die Kleine. Und für uns. So sagte meine Schwiegermutter, sie würde die Kleine gerne gerne gerne über Silvester zu sich nehmen. So können wir mal wieder die Gedanken frei bekommen. Sie ihre Beziehung zu Mia vertiefen. Und die Kleine mal etwas anderes sehen. Dann beginnt man, darüber nachzudenken. Sollen wir? Oder doch nicht? Tja.

So genießen wir nun unsere Ruhe. Und auch wenn nun vielleicht einige sagen werden ‘Weichei, stell Dich nicht so an!’, so sage ich: ‘doch!’. Manchmal möchte ich mich anstellen. Denn auch ich bin nur – ein Mensch. Mal stark. Und auch mal schwach. Gott sei Dank nahmen wir das Angebot von Tinas Mama an. Und die beiden sind ein gutes Team. So können wir, Tina & ich, beruhigt abends um neune ins Bett gehen. Und schlafen. Einfach nur schlafen. Ohne nachts ein zwei drei vier mal aufzuwachen. Schlafen bis zum Wecker. Mei, ist das etwas schönes! Abends vor dem TV zu gammeln und nicht alle 6 Sekunden auf das Babyphon zu schielen. Schlicht: einfach mal loszulassen.

Wir haben diese Auszeit sehr genossen. Und freuen uns unglaublich wieder auf unseren Schatz. Denn ganz ehrlich: mit einem vollen Akku erfüllt man den Job ‘Eltern’ ganz einfach besser. Sollte jemand unter Euch sein, dessen Akku auch mal unter das Limit geht und dieser jemand hat die Chance auf ein paar ruhigere Tage, so sei mutig: nimm diese Chance wahr! Egal was andere sagen! Und ganz ehrlich. Eine Schwiegermama hat mindestens ein Kind großgezogen. Dann wird sie auch ein paar Tage mit Deinem verbringen können. Und auch wenn man es nicht immer glaubt, Omas können unglaublich gut mit Kindern umgehen. Auch in 2011. Denn eines hat sich in den letzten 10 20 30 Jahren nicht verändert: Kinder. Zumindest nicht die kleinen.

Warum schreibe ich das hier eigentlich? Keine Ahnung. Ganz unter uns. Vielleicht ist es mir wichtig. Vielleicht auch um mein Gewissen zu beruhigen. Denn ja, ab und zu kam das kleine Männchen auf der Schulter und sagte: Sag mal Stefan, geht´s noch? Die Tochter einfach so weggeben? Was bist Du denn für ein Rabenpapa?! Man gut, dass ich zwei Schultern habe und auch auf der anderen Seite ein Männchen sitzt. Und das sagt… Naja, Ihr könnt es weiter oben lesen. Und es spricht lauter, denn die Kleine ist nicht da…

Übrigens, da fällt mir ein: ich habe einen Kollegen in der Agentur, der vor Kurzem Papa geworden ist. Und nun will ich Euch noch etwas über die ganz oben angesprochene Schadenfreude berichten. Denn manchmal, nicht immer natürlich, aber ab und zu - da sieht er morgens aus wie… Nun ja. Wie… Total kaputt. So wie ich sicherlich manchmal. In den ersten Wochen bestimmt öfter. Und dann, ich gebe es zu und ich bin nicht stolz darauf, dann kommt die Schadenfreude. Und die tut mir gut. Zeigt es mir doch eines: diese Vorzeigefamilien, wo immer alles total supi dupi ist, die gibt es nicht. Zumindest nicht in der Realität. Gott sei Dank! Ich bin nicht allein mit meinen Augenringen…

Nun werde ich wieder die Ruhe genießen. Zwei Abende haben wir noch. Wollten seit Tagen abends ins Kino gehen. Das erste mal seit Jahren übrigens. Und schaffen es nicht. Immerhin geht ein Kinofilm bis nach 22 Uhr. Da schlafen wir schon seit einer knappen Stunde. Wie sagte ein guter Freund früher immer? ‘Sie sollen ja auch feiern, Herr Günther!’. Ich münze das mal um und sage ‘Sie sollen ja auch schlafen!” Und das machen wir. Akkustand aktuell: 85 Prozent. Übermorgen: 100 %.

Welcome back Mia Sophie. Ich freu mich auf Dich!