Ja. Der Blog lag brach. Sehr brach sogar. So brach, dass ich fast keine Zeit fand, ihn wieder zum Leben zu erwecken. Irgendein Döskopp hat irgendwie aus irgendeinem Grund einen Virus auf meinen Server geballert. Komisch. Dabei bin ich doch so nett. Sei es drum…
Mittlerweile ist bereits der April im vollen Gange. Seit drei Monaten habe ich nichts mehr geschrieben. Seit ebenso langer Zeit bin ich viel zu busy. Tingel durch die Republik. Hotel hier, Training dort. Dabei geschieht hier bei meinen beiden Schätzen so viel. Und jeden Freitag Abend komme ich voller Angst durch unsere Tür. Angst, dass meine Kleine mich nicht mehr erkennt. Doch eines nach dem anderen…
Virus. Irgendwann schlug mein Virenscanner an, sobald ich die Blogseite aufrief. Auf dem Laptop. Auf dem PC. Dazu wiesen mich einige Leser darauf hin. Die Situation stelle man sich vor. Völliger Laie. Unendlich viel geschrieben. Und Herr Google hatte auch keinen Tipp. Zumindest keinen für mich verständlichen. Klasse. Leider musste ich im Laufe der Zeit feststellen, dass hier die Zeit nicht alle Wunden heilen konnte. Dieser Virus blieb. Unverschämt.
So habe ich also alle Texte aus dem Blog kopiert und die ganze Datenbank nieder gewalzt. Die Blogsoftware wieder aufgespielt. Alle Texte wieder eingefügt. Leider bis dato ohne Bilder. Doch zumindest habe ich meine Erinnerungen retten können. So soll ab heute dieser Blog also wieder leben. Bumm Bumm. Voller Elan. Voller Energie. Voll schöner Geschichten…
Tja, und den Rest könnt Ihr Euch denken. Unsere Maus ist mittlerweile 9,5 Monate alt. Die ersten beiden Zähnchen sind zu sehen. Krabbeln – nö. Unendlich viel plappern. Jau. Sie wächst und wächst. Trägt bereits Größe 80. Knapp zumindest. Wiegt 9 Kilogramm. Dazu zählen auch ein paar Gramm Haare. Ihr Hobby? Sitzen. Auf alles beißen, was sie in ihre kleinen Hände bekommt. Liebend gerne in Nasen. Verzaubert immer wieder unsere Gäste. Könnte als Alleinunterhalter Karriere machen. Oder als Schlafrauber. Die Zähne scheinen ihr vor allem nachts keine Ruhe zu lassen. Und uns somit auch nicht…
Wie geht´s mir? Hmm. Gut. Eigentlich. Viel zu oft unterwegs. Viel zu selten hier. Doch noch erkennt mich mein Schatz. Und meine Tochter auch… Auch wenn gerade sie nach einer langen Woche doch zweimal hinschauen muss. Spätestens nach 3,4 Sekunden kommt ihr Lachen. Und in diesen Momenten weiß ich, sie sieht ihren Papa.
Vor kurzem kam im Radio ein Interview mit diesem gegenwärtig medial sehr präsenten Ex Hooligan / Polizisten aus Bielefeld. Ich war auf dem Weg auf irgendeiner Autobahn in diesem Land und blieb beim Sendersuchen bei eben diesem Interview hängen. Langer Rede kurzer Sinn: der Reporter fragte diesen Typen irgendwann, ob er nie Angst hatte, wenn er sich mit Gleichgesinnten auf der grünen Wiese geboxt hat. Die Antwort war erwartungsgemäß nein. Doch erzählte er wohl im Vorfeld, dass er mit seiner Freundin im kommenden Jahr eine Familie gründen will. So sagte also der Reporter:
im nächsten Jahr wirst Du lernen, was es bedeutet, Angst zu haben!
In der Sekunde der Geburt würde sich sein angstfreies Leben schlagartig ändern. Von diesem Moment an würde immer eine ganz intensive Angst in ihm sein. Die Angst um sein Kind.
Ein tiefes OH JA! durchfuhr mich. Ich kenne diese Angst. Sie ist allgegenwärtig. Nicht bestimmend. Aber existent. Manchmal angenehm. Ein Gefühl der Verantwortung geht mir dieser Angst Hand in Hand. Manchmal intensiv. Herzschlagbeschleunigend. Manchmal nicht angenehm. Wenn unendlich blöde Gedanken in mir aufkriechen. Und ich sie nicht sofort stoppen kann. Sie nicht mit einem Wink wegwischen kann. Dann habe ich Angst. Richtig Angst. Ich war froh, dass auch dieser Bayern 3 Radio Reporter sie zu kennen scheint…