gib Schub, Rakete.
Oh weh, was war ich im Vorfeld unwissend. Mea Culpa!
Da liest man während der Schwangerschaft (und ehrlich gesagt auch schon weit davor) unzählige Bücher über alles was auch nur im Entferntesten mit Baby und Kind und und und zu tun hat und dann das: nirgends – und ich betone NIRGENDS! – konnte man auch nur den Ansatz von den Dingen lesen, die uns unsere Dreisamkeit zurzeit etwas, ich sage mal vorsichtig, anstrengend machen. Herausfordernd. Immer wieder spannend. Und manchmal auch ganz einfach ätzend. Ja, ich will an dieser Stelle ehrlich sein. Wir haben tatsächlich schon ins Kissen gebissen. Vor Hilflosigkeit, Wut, Erschöpfung. Manchmal kann man ganz einfach nicht mehr.
An der Stelle muss ich (wieder einmal) meiner Frau danken. Ja, sie ist es, die die Kleine den ganzen Tag bei sich hat. Und nachts auch. Ich verziehe mich beizeiten gerne auf das Gästebett, immerhin sind wir ja bereits seit der Schwangerschaft gute Freunde. Und so kenne ich zumindest noch so etwas ähnliches wie Schlaf.
Doch zum Thema: die Schübe. Oder auch Sprünge. Acht an der Zahl. In den ersten 14 Monaten. Klingt nach nichts. Kann währenddessen das Leben anstrengend machen. Ich meine, im Nachhinein war die Grundausbildung beim Bund auch geil. Sport, im Zelt pennen und mit guten Jungs mal an die Grenze gehen. Komischerweise sah ich das vor genau 15 Jahren anders und zwar absolut. Da war nichts lustig. Und Spaß sahen wir hinten und vorne nicht. So ähnlich ist das heute.
Ich will und kann an der Stelle keine fundierte wissenschaftliche Erklärung abgeben. Nur soviel: in den ersten 14 Monaten macht ein jedes Kind acht sogenannte Sprünge durch. Diese kommen bei den meisten Kindern in den gleichen Lebenswochen und dauern zwischen einem Tag und einer Woche. So weit, so gut. In diesen Zeiten begreift der Wurm immer neue Fähigkeiten. Und genau diese machen ihm Angst. Verunsichern ihn…
Ein guter Vergleich sprang mir in einem nun gelesenen Buch entgegen: man stelle sich vor, man erwache morgens auf einem völlig fremden Planeten und alles ist anders. Das würde zumindest mir auch einen gewissen Schauer über den Rücken jagen… Und so oder zumindest sehr ähnlich muss es den kleinen Würmern gehen. Kein Wunder also, dass unser Schatz zur Zeit völlig durch den Wind ist. Die Augen weit auf, Arme und Beine ergeben manchmal eine rotierende Scheibe. Und an Schlaf ist dann nicht viel zu denken…
Da heißt es nun, Arschbacken zusammen kneifen und durch. Viel Körperkontakt. Viel Ruhe. Viel Wärme. Das schaffen wir. Und schon bald sind es nur noch sieben Schübe.
Fast ein Klacks!