Archive for Juli, 2009

Kopf hoch, ihr Papas dieser Welt.

Juli 24, 2009 - 11:00 am No Comments

Nun seid mal ehrlich. Geht es nur mir so oder habt Ihr auch dieses komische Gefühl in Euch. Dieses Gefühl des Luft seins?

Eines nehme ich vorweg: ich sehe die Leistungen meiner Frau. Sie hat die Kleine den ganzen Tag. Sie muss ihr alle zwei Stunden den Hunger stillen. Und es ist auch sie, die Mia auf unsere Welt gebracht hat. Und ja, ich bin ihr dafür unendlich dankbar. Ich bin so stolz auf sie, denn sie vollbringt einfach wunderbare Leistungen. Wie wahrscheinlich (fast) alle Mütter dieser Welt. Und nun spanne ich mal den Bogen:

‘Wie geht es der Mama?’ oder auch ‘unterstützt Du sie denn genug?’ sind die Sätze, die ich in den letzten 4 Wochen gehört habe. Immer wieder. Jeden Tag. Eigentlich stündlich… Gleichzeitig kann ich an einer Hand abzählen, wie oft ich gefragt wurde: ‘Stefan, wie geht es Dir eigentlich?’ Hallo? Ich bin auch Mitspieler in diesem Team. Vielleicht nicht der wichtigste. Und schon gar nicht der Captain. Und doch bin ich dabei. So wie auch (fast) alle Papas dieser Welt. Seid mal ehrlich, liebe Mamas. Wenn wir morgens zur Arbeit fahren, dann legen wir uns dort im Normalfall nicht schlafen. Wenn wir seit Monaten nicht mehr in einem Bett schlafen, dann finden wir das auch nicht entspannend. Ganz im Gegenteil, ehrlich gesagt.

Ich bin sehr glücklich, dass meine Frau und ich ein gutes Team sind. Wir wissen beide um unsere Leistungen. Und klopfen uns gerne mal auf die Schulter. Tut nämlich auch mal gut…

Also Kopf hoch, ihr Papas dieser Welt. Eure Frauen wissen um Eure Leistung. Und ihr auch. Und der Rest? Ach, wer braucht schon den Rest?

alles nicht so leicht.

Juli 17, 2009 - 10:59 am No Comments

Ja, als Trainer liebe ich ja genau diese Formulierungen so sehr. So unsagbar sehr. Was ist alles? Und was ist leicht? Und vor allem, was ist SO leicht? Fragen über Fragen. Also will ich Antworten geben. Zumindest werde ich es versuchen. Immerhin sollen genau das meine Seminarteilnehmer ja auch. ;)

In den letzten Monaten habe ich Bücher gelesen. Viele Bücher. Und so dachte ich, gut auf das Kindhaben vorbereitet zu sein. Okay, ich wusste, ab und an wird eine Nacht lang. Oder kurz. Ab und an kann ein Baby auch mal weinen. Bauchweh haben. Einen Pups quersitzen. Hunger und Langeweile. Sprich: ich war mir bewusst, dass ein Tag am Strand angenehmer und vor allem entspannter abläuft.

Nun weiß ich: ich dachte nur, dass ich mir dessen bewusst war. Komischerweise erzählen junge Eltern immer nur von den Sonnenseiten. Babys schlafen in ihren Geschichten schon nach drei Wochen durch. Meistens von halb elf abends bis mindestens sieben in der Früh… Pah, diese Lügner. Ohne rot zu werden tischen sie Dir diese Märchen auf. Schamlos. So gut lügen können sonst sicher nur Versicherungsdandler. Und vielleicht noch Gebrauchtwagenhändler… Ach ja, Anwälte nicht zu vergessen. ;)

Laßt Euch eines sagen: Babys schlafen nicht durch. Auf jeden Fall nicht nach drei Wochen. Warum ich das sagen kann? Unsere Lütte ist nun drei Wochen und zwei Tage alt. Und sie schläft – nicht durch. Sie kommt und fordert ihr Recht. Alle zwei bis drei Stunden. Und wenn sie keinen Hunger hat, dann sitzt zumindest der berühmte Pups quer. Ach, was sage ich. Manchmal sogar vier auf einmal. Eines weiß ich nun: Schlafentzug ist eine Folter. Und diese ist garantiert laut der Genfer Konvention verboten. Leider hat genau das unserer Tochter noch niemand erzählt. Meine Versuche scheiterten, wir sprechen noch nicht die gleiche Sprache… Mist. Und was für einer.

Ehrlicherweise haben wir Momente hinter uns, an die wir im Vorfeld nicht dachten. Unsicherheit in Kooperation mit Müdigkeit und dem sowieso aktuellen Wechselbad der Gefühle ist eine schlechte Mischung. Ein Glas bacardi und der Südseestrand (gerne auch ein karibischer…) eine gute. Leider – oder Gott Sie Dank? – ist das Leben kein Wunschkonzert. Und so sehen wir uns 100%ig auch in den kommenden Tagen & Wochen & Monaten immer wieder mit Grenzsituationen konfrontiert.

Wer nun glaubt, ein Baby raubt einem die letzte Kraft, der – hat Recht. Und irrt zugleich. Denn immer, wenn wir denken, es wird zu viel, gibt die Kleine alles mindestens doppelt wieder zurück. Wenn sie meinen Finger hält. Meine Frau mir ihren riesigen Augen anschaut. Gähnt. Einfach friedlich schlummert. Und manchmal sogar den Mund unbewußt zu einem Lächeln formt. Dann schauen wir uns an und sagen einhellig: wir haben alles richtig gemacht… Dann haben wir wieder Kraft. Ab in die nächste schlaflose Nacht.

Und wer weiß: vielleicht schläft unsere Tochter ja mit vier Wochen durch. Die Chance darauf besteht zumindest. Und wenn nicht. Ja mei, ist ja doch alles gar nicht so schlimm… Ganz im Gegenteil. Auch wenn alles nicht so leicht ist.

:D

Kinder. Wie die Zeit vergeht.

Juli 5, 2009 - 10:58 am No Comments

Oh ja,

da wollen wir den heutigen Eintrag doch glatt mal mit einer 1A Plattitüde beginnen… Aber mei, was soll ich sagen? Es ist doch so. Gerade eben schallte der Anruf meiner Frau an mein Trommelfell, der meinen Blutdruck in die Höhe schießen lies und heute ist unsere Lütte schon fast zwei Wochen alt. Wie soll das nur weitergehen? Muss ich sie morgen schon zur Schule anmelden? Oder zur Führerscheinprüfung? Junge junge…

Doch vorher haben wir doch wohl noch einiges zu erledigen. Durchzustehen. Erleben. Jeden Tag ein klein wenig mehr.

Das erste Lächeln haben wir genossen. Auch wenn es wohl mehr ein Muskelzucken im Gesicht meiner Tochter war. Doch ist es das nicht immer…? Das Köpfchen kann sie in der Bauchlage schon locker 1,8 Sekunden halten. Ich find, das ist schon ganz schön lange… Stillen klappt auch schon super. Meine Damen haben sich zu einem super Team zusammengerafft. Anlegen und zack. So einfach kann das sein. Manchmal dürfen wir auch sogar sagenhafte drei bis vier Stunden schlafen. Um dann in der nächsten Nacht alle 1,5 Stunden aus den Träumen gerissen zu werden… Man gut, dass sie schon dieses Muskelzucken im Gesicht hat. Lasst mich ehrlich sein: das entschädigt für alles. Schlaf wird auch völlig überbewertet… ;)

Nun sitze ich in MUC am Flughafen. Ab nach Kölle. Für eine Nacht. Kurzfristig freute ich mich auf eine ruhige Nacht im Hotel! Schande auf mein Haupt! Doch jetzt kommt es schon, dieses blöde Gefühl. Schon am gate. Ich vermisse meine beiden Damen! Scheiß auf Schlaf!!!

Bis morgen, meine Lieblinge!

da ist er. der Blues.

Juli 1, 2009 - 10:55 am No Comments

Okay,

dass Damen oder besser Mütter nach der Geburt des kleinen Schreiers in den sogenannten baby blues kommen, hatte ich im Vorfeld gelesen. Dass aber auch wir Männer in den Strudel der Emotionen geraten, hatte mir niemand gesagt. Toll, danke.

So treffen auch mich immer wieder kleine Gefühlskeulen, die – ehrlicherweise – manchmal auch ganz schön groß werden können. Werden wir alles richtig machen, fühlt die Kleine sich wohl, behalten wir immer die Nerven, gehen die richtigen Wege, sind wir stark genug… Diese Liste könnte länger werden, viel länger. Gott sei Dank ist die Antwort auf all diese Fragen immer wieder JA! Wenn auch manchmal nicht sofort. Manchmal auch erst nach dem dritten Schlucken. Ja, dieser berühmte Klos im Hals, der ist aktuell ein guter Freund von mir…

Doch wir bekommen das hin. Bisher sogar sehr gut, meiner Meinung nach. Ausziehen – anziehen – Windeln wechseln – alles easy. Quasi was für Anfänger. ;)

Auch das Stillen klappt immer besser. Die Lütte wird satt. Nimmt zu. Am Montag Abend durfte ich meine Damen endlich zu mir holen. Die erste Nacht daheim. Puh, war ich aufgeregt. Ehrlich, wie vor dem ersten Date, der ersten Fahrstunde und dem ersten Urlaub ohne Eltern. In Kombination. Hammer. Dreimal aufwachen, Madame hatte Hunger. Das kann ja heiter werden…

Nach der ersten kommt immer die zweite. Bei Nächten ist das nicht anders. Vieles ist wirklich schon Routine. Hochnehmen, hinlegen. Halten, Bäuerchen machen lassen. Stillen um 22 Uhr. Schlafen lassen. Zumindest hätten wir das gern. Ich meine, ich verstehe das: da liegt man mit 50 cm in einem Bett, das eigentlich einer Fußballmannschaft Patz bieten würde. Da würde ich mich auch verloren fühlen und weinen. Was also tun? Sie will nuckeln. Sie nuckelt an ihren Fingern. An ihrem Schlafsack. An meiner Hand. Eigentlich versucht sie es überall. Hunger hat sie nicht – das Bäuchlein ist voll. Verdammt, sollen wir ihr nicht einfach den Schnuller geben?! Hmm, weiß nicht. Ist vielleicht nicht gut… Einfach mal versucht – und siehe da: Heureka, es funktioniert. Und so was von!!!

Um zwei Uhr Hunger stillen, ordentlich trinken, Bäuerchen machen, Schnuller rin und schlafen bis halb acht!!! Kein Traum, wirklich geschehen. Eben gerade, noch nicht lange her…

So kann es weiter gehen, dann ist die Farbe blue auch bald wieder das, was sie immer für mich war: die schönste Farbe der Welt.

;)