Archive for Juni, 2009

Gedanken am Tag 1.

Juni 25, 2009 - 10:53 am No Comments

Nun will ich die Ruhe des Tages nutzen, und diesen ganz besonderen 24. Juni zumindest ansatzweise in Worte fassen…

Dazu sollte ich wohl aber einen Tag weiter in die Vergangenheit gehen. Oder am besten gleich zwei. Am Montag hatten wir im Krankenhaus Harlaching unseren Termin zur Äußeren Wendung. Auch obgleich die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges bei unter 50 % lag, wollten wir (oder besser Tina!) diesen Weg, um der Kleinen eine normale Geburt zu ermöglichen. Und siehe da, der Prof. hat seinen optimistischen Worten tatsächlich Taten folgen lassen und der Kleinen bei ihrem Purzelbaum erfolgreich unter die Arme gegriffen. Im wahrsten Sinne des Wortes sogar. Nach einem recht langen Tag im Krankenhaus fuhren wir dann doch mehr als erleichtert wieder heim.

Am Dienstag durfte ich beruflich Richtung Niederbayern. So traf mich der Anruf meiner Frau mitten in Straubing und dazu noch mitten ins Mark. Sie müsse wieder ins Krankenhaus, es bestehe der Verdacht auf eine sogenannte Schwangerschaftsvergiftung oder auch Gestose. Aber alles okay, ich solle nicht heim kommen – ab und zu müssen ja auch mal ein paar € verdient werden. Okay okay. Ruhig Blut, alles wird gut. Zumindest versuchte ich mir das einzureden. Blöderweise hatte ich dann den Abend damit verbracht, mich im Netz schlauer zu machen. Schlauer, was denn nun diese Gestose überhaupt ist. Und was ich dort las, konnte mein schwaches Nervenkostüm nicht wirklich beruhigen. Ganz im Gegenteil. Und dann kam es, wie es kommen musste.

Mittwoch Morgen – ich hatte eben meinen Coaching Tag begonnen, rief Tina mich an. ‘Ich werde nun in den OP gebracht, Mia wird per Kaiserschnitt geholt…’.

Bumm, das hat gesessen. Jetzt aber los, keine Zeit verlieren. Straubing – München. Knappe 150 km in gut einer Stunde. Sollte gestern jemand tief an Euch vorbeigeflogen sein, so war ich das. A propos fliegen, von den Gedanken und Ängsten, die durch meine Hirnwindungen flogen, will ich heute nichs mehr wissen. Und schon gar nichts schreiben. Nur soviel: ich hatte eine scheiß Angst. Punkt.

Um Punkt 12 fuhr ich in Harlaching auf den Hof. Eilte zum Kreissaal. Traf unsere Freundin und Nachbarin Marion. Alles geschah ganz einfach. Hinsetzen. Warten. Rumlaufen. Fast Verrückt werden.

Es muss gegen halb eins gewesen sein, als Karin (auch Nachbarin & Freundin) mit Mia Sophie aus dem OP kam. Ich frage mich jetzt noch, was durch meinen Kopf ging. Ich weiß es nicht. Da ist sie also, unsere kleine Motte. Und alles ist dran. Finger und Beine und Augen und Ohren und Nase und und und.

Tina ging es gut. Den Umständen entsprechend natürlich. So ein Kaiserschnitt ist eine OP. Eine richtige. Mit Schmerzen und einer Narbe. Ich bin sehr stolz auf meine Frau. Sehr sehr stolz!

Der Rest des Tages huschte als Film an mir vorbei. Ich durfte der Kleinen ihre erste Pulle geben. Die sie ratz fatz wegzog. Schon ganz gut, das ist meine Tochter. Hat sie von mir… ;)

Nachmittags nach Hause. Kurz eingekauft. Schnapps und Zigaretten. Die Nachbarn haben sich angekündigt. Zur Pinkelparty. Komischerweise kennt man das in Bayern nicht. Oder soll ich sagen: kannte. Denn nun weiß jeder Bescheid… ;)

Unglaublich viel getrunken. Erzählt. Immer & immer wieder. Telefoniert bis zum Ohrglühen. War der Akku mittags voll, so war er abends alle. Der vom Telefon. Und meiner auch…

So ging der Tag zu Ende. Der aufregendste Tag meines Lebens. Der mit Tränen der Angst begann – und mit Tränen des Glücks endete.

Lütte, schön dass Du endlich bei uns bist. Ich liebe Dich!

breaking news – es ist so weit !!!

Juni 24, 2009 - 12:11 pm No Comments

Ihr Lieben,

dieses Mal mache ich es einfach mal anders als sonst: kurze Rede, tiefer Sinn: unsere Tochter ist da!!!

Mehr folgt demnächst. Wichtigste Infos:

Kaiserschnitt – 12.11 Uhr – 2600 Gramm – 50 cm.

Mama und Lütte wohlauf!

Und ich bin völlig durch den Wind…

:D

Schock schwere Not!

Juni 18, 2009 - 10:51 am No Comments

Bumm bumm, und das gefühlte 190 mal in der Minute. Genau das war mein Herzschlag vor nicht einmal drei Stunden.

“ich habe ein wenig Blut verloren und fahre nun mit dem Taxi ins Krankenhaus…” war die Meldung, die mich heute Morgen aus dem Gleichgewicht brachte. Gott sei Dank war ich nur 80 km entfernt und mein Job ließ ein ‘ich mach mich sofort auf den Weg!’ zu – und doch hat uns beiden dieser Schrecken garantiert 3532 graue Haare mehr geschenkt.

Schlußendlich war es falscher Alarm, nach einem CTG wurde Tina wieder nach Hause geschickt, aber dieser Schrecken sass uns doch in den Gliedern… Ehrlicherweise tut er das noch immer.

Doch wie sagt Nina Ruge immer so schön? Alles wird gut.

viel Obstsaft und wenig Fruchtwasser.

Juni 17, 2009 - 10:49 am No Comments

Ja, was auf den ersten Blick so lustig klingt, hat dann auf den Zweiten doch einen etwas faden Beigeschmack.

Dass unsere Lütte in den letzten Wochen nicht eben im Swimming Pool schwamm, sondern eher in einem 50 Liter Aquarium, hatten wir schon länger gewußt und so wirklich schlimm war das auch nicht. Ich meine, sonst hatte sie ja alles. Und Fruchtwasser wird auch dermaßen überschätzt… ;)

Doch nun, in den Endzügen unserer Schwangerschaft, quasi mitten im showdown, trägt die Kombination faules Kind und wenig Wasser folgende Frucht: die Lütte dreht sich nicht. Sie denkt offensichtlich nicht mal dran. Von wem hat sie das nur? Von mir schon mal nicht, das steht fest. Und nun wird die Auswahl dann doch eng. Aber im Ernst, was bedeutet das nun? In erster Linie, dass wir am kommenden Montag eine Audienz beim godfather of äußere Drehung, Prof. Grab in München haben. Der wird zumindest versuchen, der kleinen Mia mal ein kleines Feuer unter dem noch kleineren Hintern zu machen. Doch will ich an der Stelle nicht vergessen, dass es keine lustige Angelegenheit ist. Nicht wirklich. Für die Mama gibt es garantiert angenehmere Momente im Leben und auch die Kleine wird einem gewissen Stressfaktor ausgesetzt. Stellt Euch vor, Ihr werdet mitten im Schlaf von einer unsichtbaren Hand durch die Gegend gewuchtet. Muss ich für mich nicht haben, das steht fest. Doch das Ziel der Aktion ist ein durchaus lohnenswertes: sollte Mia sich doch noch drehen, steigen die Chancen einer natürlichen Geburt. Doch immer, wenn man im Konjunktiv spricht, gibt es noch andere Möglichkeiten…

Im schlimmsten Fall (im allerschlimmsten!) hat die Kleine so viel Stress, dass sie bereits während der Drehung genug vom Leben in der relativen Dunkelheit hat und der Prof. sie durch einen Notkaiserschnitt holen wird. Wobei das Wort Not wohl schlimmer klingt als es ist, denn man ist drauf vorbereitet. Auch wenn die Quote in den letzten 5 Jahren bei sagenhaften 0 % lag. Bei diesen Worten war übrigens ein stolzes Blitzen in den Augen des Professors nicht zu übersehen. Ich bin mir sicher, diese traumhafte Quote will er sich nicht versauen… ;)

Aber da zwei Alternativen noch nicht reichen, gibt es noch eine Dritte: Mia dreht sich nicht und will noch nicht raus. Was dann? Ganz einfach: dann kommt sie einfach ein paar Tage später. Und zwar auch per Kaiserschnitt…

Auch wenn mich nun der ein oder die andere mit einem Kopfschütteln bedenken werden, mittlerweile habe ich die Meinung, für einen Mann ist ein geplanter Kaiserschnitt wohl die beste Variante. Doch steinigt mich nicht. Sollte Mia doch normal auf die Welt kommen, ich stehe meiner Frau bei. Auch wenn ich kein Blut sehen kann und auch sonst ein echtes Weichei bin… Versprochen.

Doch nun haltet uns am Montag bitte alle Daumen. Wir können es brauchen. Und Mia ganz besonders…

auf dem Weg…

Juni 12, 2009 - 10:48 am No Comments

 Mein lieber kleiner Schatz.

Nun sind wir also beide auf dem Weg. Ich in den Wilden Osten für ein anstrengendes Wochenende und Du… Ja, Du auf dem Weg in ein aufregendes, manchmal bestimmt auch anstrengendes und doch garantiert ein wundervolles Leben. Ich freu mich so unsagbar auf Dich, dass ich niemals die richtigen Worte finden könnte, um es auszudrücken… Von daher will ich es gar nicht erst versuchen. Sie mir nicht bös’. ;)

Obwohl, man sagt doch immer so schön: Versuch macht kluch. Also, darauf lass ich es ankommen.

Mia, ich liebe Dich! Bis bald – und hab viel Spaß bei Deiner weiteren Reise.

Bis bald.

Sehr bald!