Archive for Mai, 2009

ein Königreich für unsere Prinzessin.

Mai 31, 2009 - 10:46 am No Comments

Au man, was tun mir meine Knochen weh.

Aber man(n) will ja nicht lamentieren, immerhin trägt frau doch die größere Last. Und das ja sogar tatsächlich. Doch okay, man(n) wäre nicht Mann, wenn nicht doch gelegentlich mal nach Mitleid gelechtzt wird. Also lasst mich jammern… ;)

Vor einigen Wochen begannen wir mit unserer Suche nach einem netten Kinderzimmer. Ganz langsam, wir haben ja noch so viel Zeit. Auch im großen skandinavischen Haus, um das Männer in der Regel einen sehr großen Bogen machen, ließen wir uns inspirieren. Weiter ging es mit Segmüller und XXXL Lutz und und und. Was bewundere ich doch meinen Vater. Wickelkommode? Pah, ein Sperrholzbrett auf der Badewanne tat es auch. Einen extra Schrank im Kinderzimmer? Hatte ich nicht. Glaub ich. (Hoffentlich tue ich meinen Eltern nun nicht Unrecht. Schlimm. Sollte dies so sein, Entschuldigung bitte. Hmm…) Na, jedenfalls passte die Optik & Zweckmäßigkeit der begutachteten Möbel nicht immer mit unserem ins Auge gefassten Budget überein. Fast zumindest. Beim Segmüller gab es ein Zimmer, sogar in der Werbung und durchaus preiswert. Und doch konnte mich die gelungene Kombi aus Preis & Optik & Funktion nicht überzeugen. ‘wir finden bestimmt noch was besseres – und außerdem ist das auch nächste Woche bestimmt noch in der Werbung’  hörte ich mich sagen. War es nicht. War ja klar.

So durfte meine Frau berechtigt anbringen, dass das Warten blöd war und ich es sowieso bin…

HAHA – dann kam er, der Montagmorgen. Mit ihm die Zeitung mit den aktuellen Werbungen. Richtig, Ihr ahnt es schon. Segmüller. Kinderzimmer. Der gleiche Preis wie damals. MINUS 10 % Mai-Rabatt. Meine Schulter schmerzt noch heute, so heftig klopfte ich mir höchstpersönlich auf die selbige! :) Einfach mal alles richtig machen. Es kann so schön sein.

Samstagmorgen. Die Nachbarn mobilisiert und ab nach Parsdorf. Gut, dass wir nun ein so großes Auto haben, spätestens beim Schrank wäre das Cabrio in die Knie gegangen. Also, gute Laune, Karin & Gunter und dann noch Platz im Kombi. Was soll also schief gehen? Ab in das Babyland und los geht die große Shopping Tour. Beginnen wir mit dem Zimmer. Schrank – Bett – Wickelkommode. Das stand auf dem Einkaufszettel. Allerdings sah ich die Rückseite nicht. Denn da stand noch mehr. In Zaubertinte. Nicht sichtbar. Zumindest für Männeraugen. Die Augen der Damen jedoch sahen alles…

Matraze. Natürlich die gesunde, ohne Wärmestau und mit waschbarem Bezug. Danke an Frau Koch für die fundierte Beratung. Schonbezug, falls die Lütte wider Erwarten doch nicht von Geburt an weiß, wie das mit dem Klo funktioniert. Nestchen und Himmel für das Bett. Wohlfühlen soll sie sich ja auch. Die Stange, um den Himmel am Bett zu halten. Ist natürlich im Lieferumfang nicht dabei. Könnte auch ein BMW sein, da ist auch nichts ‘einfach so’ dabei… Bettwäsche. Vorhänge passend zum Nestchen. Wickelauflage. Auch farblich abgestimmt. Ein Kapuzenhandtuch. Hab ich was vergessen? Hmmm.

Wer an der Stelle glaubt, das war´s, der Nachmittag wird locker lässig ausgeruht, der irrt. Gewaltig sogar. Ab zur Kasse und schnell zum Abhollager. Zettel hingereicht und einen Rolli voller Kartons bekommen. ‘Ups, das soll alles ins Auto?!‘ Yep. Locker. Ein geiles Auto, so ein 3er Kombi. ;)

Vorweg mag ich nun eines sagen! Garantiert hat der ein oder andere von Euch bereits über die schwedischen Selbstaufbaumöbel aus dem Hause IKEA geschimpft. Zumindest tat ich das. Damals. Jetzt bin ich schlauer und gelobe Besserung. IKEA Möbel sind toll. Die Anleitungen absolut verständlich. Das weiß ich nun. Jetzt, da ich Segmüller Möbel aufgebaut habe. Zusammen mit Gunter – und wir sind beide nun nicht soooo blöde – saß ich kopfschüttelnd und hilflos vor diesem Stück Papier. Nach dem Motto probieren geht über studieren – oder auch Versuch macht kluch – gingen wir ans Werk und siehe da, nach 5-6 Stunden stand alles. Und ich glaube sogar, dabei locker 4 kg verloren zu haben. Was soll ich also meckern. Alles wird gut.

Quod erat demonstrandum

Mai 29, 2009 - 10:44 am No Comments

 Ja genau. Lange wurde es uns verheimlicht. Gar verleugnet.

Frauen schnarchen. Ja, Ihr lest richtig. Sie tun es. Jahrhundertelang wurde uns der Schwarze Peter zugeschustert. Ganze Ehen wurden annuliert. Dessen bin ich mir sicher. Dabei sind sie keinen Deut leiser, unsere besseren Hälften. Nur haben sie die besseren Ausrede: sie sind schwanger…! Und ja, das klingt plausibler als ‘ich hatte 9 Halbe!’.

So drückt also ein mehr oder weniger immenses Gewicht auf alles, was da sonst ganz in Ruhe und ohne Platznot unter dem sekundären Geschlechtsorgan unserer Damen liegt. Und dazu schwellen durch… Ja warum eigentlich? Jedenfalls schwellen die Schleimhäute an. Müsste man auch mal googeln. Und nun lasst uns 1 und 1 zusammen zählen. Nase zu, Druck auf der Brust = schnarchen.

Nach einigen Nächten auf der Couch (ja, so blöd war ich! Irgendwie hätte ich auch früher das Gästebett aus dem Keller holen können…) und der dadurch gewonnen Zeit, die ich zum Nachdenken nutze, weiß ich nun aber eines. Und das ist eine unglaubliche Erkenntnis: Das muss so sein. Die Natur ist ja nun keine doofe. Die macht Dinge meistens mit Sinn. Ganz im Gegenteil zu vielen Menschen. Oder Fußballspielern. Da fällt mir ein, Arminia ist abgestiegen. Ist es eigentlich ein schlechtes Omen, ein Kind in einer Abstiegssaison zu zeugen UND zu bekommen?! However.

Die Natur läßt Frauen in der Schwangerschaft schnarchen, damit Männer sich schon VOR der Niederkunft an den Luxus der schlaflosen Nächte gewöhnen können. Also, ich habe keine Ahnung, wie Ihr das findet. Ich finde das unbegreiflich nett. So komme ich nun schon in den Tritt der allgegenwärtigen Müdigkeit. Und das ist gut so. Danke schön, Mutter Natur!

Wie komme ich eigentlich drauf? Ach ja, Frauen schnarchen. Richtig. Sie tun es – aus einem guten Grund.

Was zu beweisen war!

endlich ein ruhiges Gewissen.

Mai 27, 2009 - 10:42 am No Comments

 Unglaublich, wie habe ich das nur ausgehalten!

Dieses schlechte Gefühl, das mich all die Jahre begleitete. Quasi wie ein Schatten hinter mir her wanderte. An diesem einen Tag im Mai. Dem Tag, an dem Männer wandern. Gesunde und frische Luft freiwillig voller Lust einatmen. Dem Vatertag!

Ich meine, seit 19 Jahren (glauben wir zumindest, wir konnten es nicht weiter präzisieren…) zogen wir Jahr für Jahr in das wunderschöne Weserbergland, um in trauter Runde den Vatertag zu zelibrieren. Schande auf unsere Häupter – wir waren gar keine Papas! Naja, Gott sei Dank, mit 16 wär das bei mir auch locker in die Hose gegangen… So gingen die Jahre ins Land & die Biere durch die Kehlen und siehe da, immer mehr meiner Jungs verabschiedeten sich aus dem Junggesellendasein. Und wurden – richtig – Papas. In ihren Augen sah ich nunmehr immer deutlicher diesen vorwurfsvollen Blick. ‘Der darf nicht mehr mit, der ist kein Vater…!’ Niemals ausgesprochen. Und doch ganz deutlich kommuniziert… ;)

Was war das schön, am Morgen des 21. Mais 2009. Treffen bei Jockel. Auf der Mauer, wie immer. Der Rucksack voll. Und ich mittendrin, mit Stolz in den Augen! ICH DARF AUCH VATERTAG FEIERN !!!

Endlich war ich drin, in diesem Kreis der Vertrauten. Im Ring der Rentensicherer. Im Königreich der Zeugenden! Ein gutes Gefühl… Und so schmeckte das Bierchen nochmals besser als jemals zuvor. So war der Weg in den Wald ein Weg der Gemeinsamkeit. Ich mittendrin. Getragen vom Glück…

Komischerweise waren wir abends alle genauso dicke wie die Jahre davor. War das Wasser im Tümpel genauso kalt wie immer. (Eigentlich sogar noch kälter…). Und war der Schädel am Tag danach genauso groß wie damals.

Es ist also wohl nur ein Gerücht, ein Mythos, dass nur Papas den Vatertag so richtig genießen dürfen. ;)

go go Gadgeto…

Mai 13, 2009 - 10:40 am No Comments

Tja ja, was mag das wohl heißen? Ich bin mir sicher, diese Frage geistert in dieser Sekunde durch Eure Hirnwindungen. Gut, ich will es Euch erklären. Doch erst muss ich eine riesen Fliege aus der Wohnung vertreiben, die raubt mir sonst noch den letzten Nerv… Also, gebt mir eine Sekunde.

So, ein Mann, ein Wort. Schnell kann´s gehen, im Leben einer Tschernobyl Fliege…

Zurück zum Thema: go go gadgeto.

Nun leuchtet vielleicht ein kleines Licht der Erkenntnis in Euch auf. Ich meine, den Inspector Gadget, wer kennt ihn nicht. Den Meister der langen Arme, der elastischen Beine und was sonst er noch aus dem Hut zauberte. Und spätestens jetzt wird es Zeit für die Verbindung Inspector Gadget – Papa Blog.

Dem aufmerksamen Beobachter wird bei Betrachten des Wochentages schnell deutlich: Himmel, am Montag war doch bestimmt wieder der Schwangerschaftskurs. Yep. War er. Es war kurz vor 19 Uhr, als wir GANZ ALLEINE im Harlachinger Krankenhaus vor dem Kursraum saßen. Dieses Hightlight wird doch nun nicht etwa ausfallen?! Könnt Ihr Euch an Eure Schulzeit erinnern? Ich musste / durfte / sollte vor vielen Jahren mit dem Bus in die Schule kutschiert werden. Ich weiß es noch genau: er fuhr morgens um 7.10 Uhr an der Haltestelle ab. Und irgendeine Regel besagte, dass man um XY Minuten später wieder nach Hause durfte. Ehrlicherweise frage ich mich nun, ob es diese Regel wirklich gab… Hmmm. Naja, jedenfalls waren die Gedanken am Montagabend erschreckend ähnlich. Gegen 19.05 Uhr sagte eine innere Stimme (und auch die des NebenMANNES!): komm, das wird heute nichts, ab nach Hause. Ins Bein atmen klappt auch auf dem Sofa. Wenn überhaupt, dann da…!

Schwuppps – da war sie schon, die Kursleiterin. Toll, schönen Dank. Erst Hoffnung machen und dann… Okay, Kräfte bündeln und ab dafür. Wird schon lustig sein.

Da es offenkundig wichtig ist, den Abend entspannt zu beginnen, kommen wir also erst mal zu uns. Liegen. Atmen. Nicht mehr ins Bein, das ist den anderen wohl schon so eingeimpft worden, dass es nicht mehr erwähnenswert war. Machen alle bestimmt schon ganz automatisch. Nur der blöde Stefan, der kann´s wieder mal nicht. Pah. Als wir also kurz vor der Trance waren, gesellte sich der besagte Inspector zu uns. Oder besser: zu mir. Nun wird Euer rechter Arm gaaaaaanz lang. Und immer länger. Ding ding – go go gadgeto Arme !!!

Ich bin mir sicher, dem Großteil der Kursteilnehmer blieb diese illustre Erscheinung verborgen. Zumindest lachte niemand. Nicht einmal ein Schmunzeln war spürbar. Herrlich zu sehen, wie jung im Herzen ich doch geblieben bin! Wenn jemand Papa werden sollte, dann wohl wirklich ich! Ich meine, ich kann mit meiner Tochter go go gadgeto DingsBums spielen… :)

Der Rest des Abends füllte sich mit den Schmerzen der Geburt und den Möglichkeiten, diese wegzuatmen und der Erkenntnis, dass manche Männer während der letzten Stunden zu zweit ihren Frauen Bücher vorlesen. Hallo?! Ich bin mir schon jetzt zu 100 % sicher, dass ich ab der Sekunde, in der meine Frau mir sagt: es geht los ein völliges Nervenwrack sein werde. Wie um alles in der Welt soll ich ihr da noch etwas vorlesen? Ich meine, wer liest mir was vor? Richtig, sicher niemand. Wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen. Schon vor 46528 Jahren bekamen Frauen Kinder. Und damals, dessen bin ich mir sicher, konnten Menschen noch gar nicht lesen. Geschweige denn VORlesen…

Scheiße, bin ich nervös!

Noch 61 Tage.

wie damals. beim Schüleraustausch.

Mai 8, 2009 - 10:37 am No Comments

Oh ja,

 
ich kann mich noch entsinnen. Es muss in der 7. Klasse gewesen sein, ergo war ich 13 Jahre alt. Du meine Güte, das ist schon 22 Jahre her, unglaublich. Kinder, wo bleibt die Zeit? Aber das ist eine andere Frage…

Jedenfalls kamen wir – meine Familie und ich – damals in den Genuß eines Schüleraustausches. So sollte also ein junger Bengel aus dem Nachbarland Frankreich vier Wochen die Deutsche Lebensqualität kennenlernen. Ich kann ehrlicherweise sagen, dass ich in den Tagen vor Remy´s (?!? – war so sein Name?) Ankunft echt aufgeregt war. Was hat man nicht alles getan, an was musste man nicht alles denken. Schilder habe ich gemalt und ich glaube, sogar ein kleines Computerprogramm auf dem C64 hatte ich geschrieben… Vokabeln gebüffelt. Naja, was man halt so macht, wenn man Besuch bekommt.

Warum ich Euch das erzähle?Es wird nun nicht mehr so unglaublich lange dauern, bis wir wieder Besuch bekommen. Und Remy wird es mir nachsehen: ich bin heuer viel aufgeregter. Und ja, auch die Vorfreude ist ungleich höher! Immerhin handelt es sich a) dieses Mal nicht um einen Jungen, sondern ein Mädel, das b) länger als vier Wochen bei uns bleibt und c) meine Tochter ist. :) So trudeln so nach und nach die ersten wichtigen Utensilien wie MaxiCosi, Windeleimer und Kinderwagen bei uns ein, das Kinderzimmer wird ausgesucht (und ja, mein Schatz: auch bald bestellt!) und sogar das Familienauto steht schon vor der Tür… Nur den C64 habe ich nicht mehr. Ich hoffe, unsere Tochter wird mir nicht böse sein, ohne ein ‘Basic’ Programm empfangen zu werden!

Es sind noch 66 Tage!